Mittwoch, 1. April 2020

Definition von Fonds- und Aktien-Diversifikation

Der Begriff Diversifikation lässt sich relativ einfach erläutern. Damit ist eine möglichst große Vielfalt bei der Geldanlage gemeint. Speziell beim Kauf von Fondsanteilen oder Aktien können Anleger ihre Investments diversifizieren, indem sie zum Beispiel in verschiedene Branchen, verschiedene Ländern oder speziell bei Fonds in unterschiedliche Anlageformen investieren. Grundsätzlich hat ein diversifiziertes Portfolio große Vorteile - allerdings sollte man sich darüber klar sein, dass es in bestimmten Fällen auch zu Nachteilen kommen kann.

Der wichtigste Nachteil sind dabei die geringeren Renditechancen: Weil der Anleger nicht nur auf eine bestimmte Aktie oder eine einzelne Branche setzt, kann er von Kursgewinnen nicht in einem Maße profitieren, wie es sonst der Fall wäre. Umgekehrt drohen jedoch keine hohen Kursverluste, da das Risiko über verschiedene Wertpapiere gestreut wird. Diese Streuung ist gleichzeitig der wichtigste Vorteil einer diversifizierten Geldanlage. Oft ist es so, dass sich eine bestimmte Branche selbst dann gut entwickelt, während andere Branchen in der Krise stecken. Beispielsweise können sich Aktien von Unternehmen aus dem Finanzsektor gut entwickeln, während Energiefirmen und Autohersteller schlechte Ergebnisse erzielen.

Langfristig orientierte Anleger haben nun die Möglichkeit, Aktien oder Aktienfonds aus einer bestimmten Branche dann zu kaufen, wenn diese gerade zu vergleichsweise günstigen Kursen zu haben sind; eventuell kann es dabei sogar zu einer Umschichtung im Depot kommen, wenn das eigene Engagement in Wertpapieren aus aktuell boomenden Branchen reduziert wird. Darüber hinaus ist es mit dem Kauf von Fondsanteilen auch möglich, im eigenen Depot verschiedene Wertpapierarten zu vereinen. Wenn sich zum Beispiel die Aktienmärkte allgemein schlecht entwickeln, profitieren davon oft Anleihen, deren Wert steigt. Durch den Kauf von Anteilen entsprechender Investmentfonds ist es für Privatanleger möglich, in diesem Sektor zu investieren.

Natürlich ist auch der Kauf bestimmter Anleihen möglich, viele dieser Wertpapiere sind jedoch für Privatanleger überhaupt nicht zugänglich und somit nur den Investmentfonds vorbehalten. Darüber hinaus sind noch weitere Geldanlagen möglich, zum Beispiel in Fonds, die sich auf den Kauf und die Verwaltung von Immobilien oder auf die Erzeugung erneuerbarer Energien spezialisiert haben. Aus dieser breiten Streuung ergibt sich zugleich ein zweiter möglicher Nachteil der Diversifikation. Käufe von Wertpapieren sind immer mit gewissen Transaktionskosten verbunden. Aus diesem Grund sollte man sich vor der Geldanlage ausführlich Gedanken machen, um nicht zu oft kaufen und verkaufen zu müssen und auf diese Weise die eigene Rendite unnötig zu reduzieren.
 
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