Mittwoch, 27. Mai 2020

Wie viel Bargeld darf man in die Türkei mitnehmen?

Der Urlaub ist die schönste Zeit des Jahres, dennoch versucht man hier auch immer wieder ein paar geschäftliche Aktivitäten mit in diesem unterzubringen. So kann man in vielen Reiseführern und ähnlichem auch immer wieder nachlesen, dass es erlaubt ist, unbegrenzte Mengen an Bargeld in die Türkei einzuführen. Nicht selten versucht man dann auch mehrere zigtausend Euro einzuführen, was eigentlich auch kein Problem ist.

Allerdings gelten strenge Regeln bezüglich der Ausfuhr von Bargeld aus der EU. So darf man keine allzu hohen Beträge ausführen, bzw. muss seit Mitte 2007 sämtliche Bargeldbeträge, die über 10.000 Euro hinausgehen, bei der Ausreise aus der EU unaufgefordert an den Zoll melden. Tut man dies nicht, ist der Zoll gar berechtigt, die nicht angemeldeten Gelder einzubehalten. Will man also im Urlaub beispielsweise ein Häuschen in der Türkei kaufen und dieses bar bezahlen, sollte man stets bedenken, dass man hier in ein Land außerhalb der EU fährt, sich demzufolge an die hier beschriebenen Höchstsätze halten muss. Deshalb sollte man das Haus evtl. doch lieber per Überweisung bezahlen oder das Geld direkt in der Türkei vom Konto abheben.

Will man eine Geldanlage in der Türkei eröffnen, auf die der deutsche Staat dann keinen Zugriff hat, kann man sich ebenfalls zu einer Überweisung aus Deutschland entschließen. Allerdings kann das Geld von hier aus stets nach verfolgt werden, sodass der Fiskus über die Gelder in der Türkei Bescheid weiß. Sinnvoller ist es in diesen Fällen, das Geld bar vor Ort einzuzahlen. Auch hierbei sollte man die Grenzen von 10.000 Euro nicht überschreiten. Allerdings gilt hier ebenso, dass man verschiedene Quittungen benötigt, um die Herkunft des Geldes eindeutig nachweisen zu können. Ein Auszahlbeleg der eigenen Bank, bzw. der Kontoauszug, bei dem die Auszahlung vermerkt ist, kann dabei vollkommen ausreichend sein. Wichtig ist lediglich, dass man nachweisen kann, ob das Geld ordnungsgemäß erworben und versteuert wurde und dass es sich nicht um Schwarzgeld oder gar um Geldwäsche handelt. Der Zoll akzeptiert diese Belege ebenso wie die Bank, bei der sie vorgelegt werden sollen. Aber hier eignen sich für die Geldanlage in der Türkei eben auch die kleineren Beträge, die bei mehreren Reisen eingeführt werden. Deshalb sollte man vielleicht einfach mal öfter Urlaub machen und in diesem immer mal kleinere Beträge auf die Konten in der Türkei einzahlen.

Generell sollte man sich ohnehin vor einer solchen Reise über die jeweils aktuellen Zollbestimmungen informieren. Denn diese können sich von Zeit zu Zeit auch einmal ändern, sodass man durch die Information stets auf dem aktuellen Stand ist.
 
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