Sonntag, 21. Oktober 2018

Vorteile und Risiken der Immobilienrente

Gerade derzeit wird in den Medien oftmals von Experten dazu geraten, dass man seine Altersvorsorge in Form einer Immobilie gestalten sollte. Von vielen Bürgern wird die Immobilie dazu genutzt, darin selbst zu wohnen, sodass die Mietersparnis im Prinzip dann die spätere zusätzliche Altersvorsorge darstellt. Das Problem an einer Immobilie besteht allerdings darin, dass es sich hier im Prinzip um totes Kapital handelt. Im Klartext heißt das, dass falls der Rentner Kapital benötigt, er im schlimmsten Fall die Immobilie verkaufen müsste. Zwar hat die Immobilie natürlich einen gewissen Wert, doch kann der Eigentümer die Immobilie nicht liquidieren, ohne sie zu verkaufen.

Inzwischen gibt es jedoch auch für dieses Problem eine Lösung, nämlich die sogenannte Immobilienrente. Die Immobilienrente wird zum Teil auch als Umkehrhypothek bezeichnet, wobei dieser Begriff natürlich etwas näher erläutert werden sollte. Der Begriff der Umkehrhypothek setzt sich aus der Hypothek als Sicherheit für eine Immobilienfinanzierung und dem Gegenteil, dem Umkehren, zusammen. Bei einer Hypothek ist es normalerweise so, dass diese auf ein Haus aufgenommen wird, damit der Kreditnehmer einen Darlehensbetrag erhalten kann. Die Immobilie dient in diesem Fall also als Sicherheit, die der Bank zur Verfügung gestellt wird. Bei der Umkehrhypothek gestaltet es sich hingegen etwas anders. Bei der Umkehrhypothek ist es so, dass bereits eine schuldenfreie Immobilie vorhanden ist. Auf diese schuldenfreie Immobilie gibt die Bank dem Eigentümer im Prinzip nun ein Darlehen, welches allerdings nicht in einer Summe ausgezahlt wird. Stattdessen erhält der Immobilieneigentümer eine monatlich festgelegte Summe, die bis zum vereinbarten Hypothekenbetrag reicht.

Wie die Immobilienrente im Detail funktioniert, lässt sich am besten an einem Beispiel verdeutlichen. Angenommen, der Rentner Herr Mustermann würde im Moment einen Betrag von monatlich 500 Euro benötigen. Da er neben seinem Haus keine liquiden Mittel zur Verfügung hat, hat er sich für eine Umkehrhypothek entschieden. Das schuldenfreie Haus hat einen aktuellen Verkehrswert von 200.000 Euro. Daher ist die Bank dazu bereit, Herrn Mustermann ein Darlehen von 30.000 Euro auszuzahlen. Dieses Darlehen wird allerdings nicht in einer Summe ausgezahlt, sondern stattdessen erhält Herr Mustermann die benötigten 500 Euro im Monat. Diese werden so lange gezahlt, bis die genehmigten 30.000 Euro aufgebraucht sind. Die große Chance besteht bei der Immobilienrente also darin, dass der Eigentümer der Immobilie liquide Mittel erhalten kann, die sonst nicht vorhanden wären. Das Risiko ist hingegen der vorzeitige Tod des Immobilieneigentümers, denn in diesem Fall würde die Bank quasi den gesamten Betrag behalten, der zuvor durch die Hypothek belastet wurde. Eine spätere Weiterzahlung der Rente würde im Normalfall demnach nicht vorgenommen werden.
 
© copyright 2006 - by piloh.de
^