Dienstag, 27. Oktober 2020

Abgeld als Abschlag beim Wertpapierkauf als Renditevorteil nutzen

Das auch als Damnum oder Disagio bezeichnete Abgeld stellt beim Kauf von Wertpapieren einen Abschlag vom nominellen Wert der Anlage dar, so dass der Erwerber einen geringeren Betrag bezahlt. Am Ende der Laufzeit erhält er selbstverständlich den vollen Nominalwert der entsprechenden Papiere ausgezahlt. Somit stellt das Abgeld einen zusätzlichen Gewinn dar, welcher im Jahr der Rückgabe oder eines eventuellen Verkaufs der Papiere über die Börse steuerlich als Einnahme aus Vermögen gewertet wird.

Das Abgeld lässt die entsprechenden Wertpapiere als besonders günstig erscheinen und wird in der Regel in Form eines Prozentsatzes vom Nennwert angegeben. Grundsätzlich bieten festverzinsliche Wertpapiere zusätzlich zum Abgeld eine jährliche Verzinsung. Ein Abgeld kann auch bei der Ausgabe von Wertpapieren mit flexiblen Zinssätzen gewährt werden. Solche Papiere sind bei Unternehmen beliebt, welche auf diese Weise günstige Kredite erhalten. Die entsprechenden Wertpapiere gewähren dem Kunden einen Mindestzinssatz sowie einen Höchstzinssatz; welcher tatsächlich zur Auszahlung gelangt, richtet sich nach dem wirtschaftlichen Ergebnis der damit finanzierten Maßnahmen.

Besonders häufig treten kleinere Energieerzeuger wie Stadtwerke auf dem Markt mit entsprechenden Papieren auf, sie finanzieren auf diese Weise bevorzugt Anlagen zur Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Energien. Ein Abgeld wird auch beim Kauf von Bundesschatzbriefen gewährt, des Weiteren stellen abgezinste Sparbriefe ein festverzinsliches Wertpapier mit einem Ausgabeabschlag dar. Gegenüber vielen anderen Wertpapieren unterscheiden sich diese jedoch dadurch, dass neben der beim Kauf der Papiere angerechneten Disagios keine weiteren Zinsen während der Laufzeit ausgezahlt werden. Bei der Neuausgabe von Aktien ist gemäß der deutschen Gesetzgebung das Abgeld jedoch nicht zulässig.

Diese gesetzliche Einschränkung hat in der Praxis jedoch keine wirkliche Bedeutung mehr, da die Angabe des Nennwertes bei Aktien heute nicht mehr üblich ist. Außer beim Kauf von Wertpapieren wird in der Finanzwirtschaft auch bei Optionsscheinen von einem Abgeld gesprochen. In diesem Fall meint der Begriff jedoch, dass die mittels der Option gekauften Aktien günstiger als bei einem direkten Kauf erworben werden können. Wer als Anleger den Kauf neuer Wertpapiere teilweise über ein Darlehen finanzieren möchte, kann auch bei Abschluss des Kreditvertrages mit einem Abgeld konfrontiert werden. In diesem Fall bedeutet das Disagio jedoch, dass nur der um das Abgeld reduzierte Kreditbetrag zur Auszahlung gelangt, während der Kredit in seiner nominellen Höhe verzinst und zurückgezahlt werden muss.
 
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