Dienstag, 23. Juli 2024

Inhalte und Regelungen des Wertpapierhandelsgesetzes

Gerade im Finanzbereich ist es wichtig, dass die vielen Vorgänge, die es im Kredit- und Anlagebereich gibt, durch gesetzliche Vorschriften reguliert werden, sodass möglichst keiner Partei wissentlich Nachteile entstehen. So werden zum Beispiel alleine im Wertpapierbereich in Deutschland jährlich Gegenwerte von vielen Milliarden Euro gehandelt. Das für den Handel mit Wertpapieren zuständige Gesetz ist das Wertpapierhandelsgesetz, in welchem wichtige Fakten bezüglich des Wertpapierhandels und damit zusammenhängenden Bereichen dargelegt sind.

Eingeführt wurde das WpHG, wie das Wertpapierhandelsgesetz auch kurz bezeichnet wird, vor rund 17 Jahren, nämlich im August des Jahres 1994. Das WpHG umfasst insgesamt 13 Abschnitte und 47 Paragraphen. Das Gesetz richtet sich vorrangig an Banken, Wertpapierhändler und verschiedene Finanzdienstleister, die sich mit dem Angebot des Wertpapierhandels beschäftigen. Die BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungen) ist quasi das ausführende Organ, welches in staatlichem Auftrag kontrolliert, dass das Wertpapierhandelsgesetz in der Praxis auch umgesetzt bzw. eingehalten wird. Insofern ist das BaFin durch das WpHG legitimiert. Gültig ist das WpHG für alle Geschäfte, die mit dem Wertpapierankauf und dem Verkauf von Wertpapieren zu tun haben, was im Allgemeinen dann vereinfacht als Wertpapierhandel bezeichnet wird.

Dabei macht es keinen Unterschied, mit welcher Art von Wertpapieren gehandelt wird, denn das WpHG ist zum Beispiel für den Handel mit Aktien genauso zuständig wie für den Handel mit Derivaten. Eine der Hauptaufgaben des WpHG ist es dafür zu sorgen, dass Anleger in möglichst großem Umfang im Zuge der Geldanlage in Wertpapiere geschützt werden, der Anlegerschutz ist also ein wichtiger Teil des Wertpapierhandelsgesetzes. Und zwar soll dieser Schutz vor allem durch zahlreiche Vorschriften für die Banken und Aktiengesellschaften umgesetzt werden, denn Ziel ist vor allem, dass der Anleger alle notwendigen Informationen erhält, um eine fundierte Anlageentscheidung treffen zu können. Ein wichtiger Teilbereich des Wertpapierhandelsgesetzes beschäftigt sich unter anderem mit dem Insiderhandel und mit Manipulationen.

Durch solche strafbaren Aktionen können den Anlegern mitunter größere finanzielle Schäden zugefügt werden, und diese zu vermeiden ist auch eine Aufgabe des WpHG. Insiderhandel bedeutet dabei, dass sich eine bestimmte Person internes Wissen zu seinem Vorteil nutzbar macht, und so zum Beispiel Aktien gekauft werden in dem Wissen, dass der Kurs am nächsten Tag aufgrund einer vermeldeten Insolvenz fallen wird. Solches Insiderwissen besitzen vor allem führende Bankangestellte und Manager/Vorstände des betroffenen Unternehmens, jedoch dürfen sie eben laut WpHG dieses Insiderwissen nicht zum vorteilhaften Wertpapierhandel mit den betroffenen Papieren nutzen. Eine ebenfalls im Sinne des WpHG verbotene Manipulation könnte zum Beispiel so aussehen, dass bewusst falsche Nachrichten über ein Unternehmen verbreitet werden, damit man vom daraufhin steigenden oder fallenden Aktienkurs selbst finanziell profitieren kann.
 
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