Mittwoch, 12. August 2020

Sicherheiten bei Geldanlagen in Garantiezertifikate

Neben vielen Anlageformen, die inzwischen in der breiten Öffentlichkeit bekannt sind, gibt es auch zahlreiche Produkte, die einen etwas spezielleren Charakter haben. Während Tagesgeld, Spareinlagen, Aktien & Co. für sehr viele Anleger eine geeignete Alternative darstellen, kommen solche spezielleren Anlageformen in der Regel für eine deutlich geringere Anzahl an Kunden infrage. Unter anderem zählen auch die Zertifikate zu den etwas spezielleren Investments. Im rechtlichen Sinne handelt es sich bei den Zertifikaten um Schuldverschreibungen, die in der Regel von einer Bank emittiert werden.

Wie es zum Beispiel auch bei den offenen Fonds der Fall ist, so lassen sich die Zertifikate ebenfalls in verschiedene Gruppen/Arten einteilen. So gibt es zum Beispiel Discountzertifikate, Hebelzertifikate oder auch Garantiezertifikate. Wer sich also grundsätzlich für die Anlage in Zertifikate entschieden hat, der sollte im zweiten Schritt ausfindig machen, welche Variante am besten zu den eigenen Anlagezielen passt. Soll zum Beispiel möglichst sicher in Zertifikate investiert werden, so kommen vor allen Dingen die Garantiezertifikate infrage. Wie der Name bereits verdeutlicht, wird bei diesen Zertifikaten etwas garantiert, und zwar die Rückzahlung des investierten Kapitals. Diese Garantie gilt für den Fall, dass der Anleger mit dem Investment eigentlich einen Verlust erlitten hätte. Allerdings wird nicht zwingend der gesamte investierte Betrag garantiert, sondern mitunter bezieht sich die Kapitalgarantie der Garantiezertifikate auch nur auf 80 oder 90 Prozent des Anlagebetrages.

Trotz dieser Garantie kann die Anlage in Garantiezertifikate jedoch nicht als durchweg sicher bezeichnet werden, auch wenn Garantiezertifikate natürlich im Vergleich zu anderen Varianten ein geringeres Risiko aufweisen können. Zwar ist die Rückzahlung des Kapitals bei Verlusten garantiert, aber es gibt dennoch auch bei den Garantiezertifikaten ein Emittentenrisiko. Dieses Emittentenrisiko ist keineswegs ein spezifisches „Problem“ der Zertifikate, sondern ist im Prinzip bei sämtlichen Anlagen vorhanden, die von einer Bank oder einem sonstigen Emittenten ausgegeben werden. Denn sollte zum Beispiel der Emittent des Garantiezertifikates insolvent werden, dann hat der Anleger auch nichts mehr davon, dass die Rückzahlung garantiert ist. Denn aufgrund der Zahlungsunfähigkeit kann der Emittent seine Garantie nicht mehr einhalten. Und da Zertifikate im Gegensatz zu Tagesgeld, Festgeld und Spareinlagen auch nicht unter die gesetzliche Einlagensicherung fallen, erhält der Kunde meistens kein Kapital zurück. Aufgrund dieses Emittentenrisikos ist es auch bei Garantiezertifikaten wichtig, sich über den Emittenten und dessen Bonität zu informieren.
 
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