Montag, 20. Mai 2024

Banken können sich mit Zentralbankengeld finanzieren

Für die weitaus meisten Verbraucher ist es ganz normal, sich an die Bank zu wenden, wenn Finanzierungsbedarf vorhanden ist. Wer beispielsweise ein neues Auto braucht, der kann bei seinem Kreditinstitut einen Autokredit aufnehmen oder sich direkt an den Händler wenden, der ebenfalls häufig eine Finanzierung durchführt. Für den normalen Bürger gibt es also diverse Möglichkeiten, sich von den Banken Geld zu leihen. In dem Zusammenhang stellt sich manchen Kunden die Frage, woher die Banken eigentlich das Geld bekommen, welches sie anschließend an ihre Kunden verleihen. Es gibt im Wesentlichen drei Wege, auf denen sich Kreditinstitute mit Kapital versorgen können.

Der größte Teil der Geldmittel, welche die Banken später an ihre Kunden verleihen, stammt natürlich von anderen Bankkunden. Wer zum Beispiel bei einer Sparkasse ein Sparkonto eröffnet und dort 10.000 Euro einzahlt, der leiht dieses Geld automatisch dem kontoführenden Kreditinstitut. Zwar muss sich die Bank an bestimmte Richtlinien halten und kann nicht die gesamten 10.000 Euro verleihen, jedoch gibt es einen festgelegten Prozentsatz, der beispielsweise als Ratenkredit an potentielle Kreditnehmer weitergeleitet werden kann. Falls es in der Praxis so ist, dass der Bedarf an Darlehen höher als die zur Verfügung stehenden Kundengelder ist, hat die Bank noch eine zweite Option, sich mit Geld zu versorgen. Dieser Weg ist derzeit besonders günstig, denn die Kreditinstitute können sich bei der Zentralbank mit Kapital versorgen. Das sogenannte Zentralbankgeld erhalten die Banken zum Beispiel von der Landeszentralbank oder auch von der Deutschen Bundesbank.

Verliehen wird dieses Kapital aktuell zu einem extrem günstigen Zinssatz, der nur noch 0,25 Prozent beträgt. Möchte die Bank also beispielsweise zehn Millionen Euro von der Zentralbank geliehen bekommen, so muss sie dafür aufs Jahr gerechnet Zinsen in Höhe von lediglich 25.000 Euro zahlen. Anders sieht es jedoch aus, wenn dieses geliehene Kapital an Kunden weitergeleitet wird, und zwar in Form eines Darlehens. Je nach Kreditart kann es sein, dass die verleihende Bank dafür einen Zinssatz zwischen vier und über zehn Prozent berechnet. Das Zentralbankgeld, welches die Kreditinstitute zu einem günstigen Zinssatz leihen können, ist also durchaus ein Geschäftsmodell und beinhaltet eine sehr hohe Gewinnspanne. Die dritte Möglichkeit, die Banken oftmals ebenfalls zur Verfügung steht, ist die Ausgabe von Wertpapieren. Dabei handelt es sich beispielsweise um Inhaberschuldverschreibungen, durch die Kreditinstitute ebenfalls Kapital einsammeln können.
 
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